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31. Juli 2007 um 14:19 Uhr

Uluru – mehr als ein „Fels im Nichts“

Nach einem Marathonupload sind die Bilder von meinem Trip ins Zentrum Australiens nun endlich in der Galerie, also kann ich mich jetzt auch endlich an den Artikel dazu machen.

Fangen wir vorne an, am Freitag, dem 13.07. (omg, das ist schon wieder 2 1/2 Wochen her 8-) ) bin ich morgens um 8 von Melbourne nach Alice Springs geflogen. Mit Quatas, weil die als einzige dorthin fliegen – sonst hätte ich schon lieber eine günstigere Airline genommen. Dafür war der Flug aber auch sehr gut, es gab ein leckeres Frühstück und genug Kaffee.

Nach der Landung erwartete mich am Flughafen schon der Shuttlebus vom Hostel „Annie’s Place“, in dem ich für meine wenigen Tage in Alice Platz gefunden hatte. Nach dem Checkin musste ich mir erstmal ins Gedächnis rufen, dass ich wirklich nicht auf Mallorca, Loret-del-mar oder einem anderen Touri-Zentrum für Deutsche gelandet bin. Soviele Deutsche, unglaublich. Ich hab‘ erstmal die Flucht ergriffen und das Städtchen Alice Springs erkundet. Das war – streckenmäßig – relativ schnell erledigt, denn abgesehen von der Fußgängerzone mit unzähligen Arborigine-Art-Galerien gibt es dort nich so viel. In den Galerien kann man aber schon eine ganze Zeit verbringen :) Nur…es ist halt Kunst und somit für meinen Geldbeutel nicht erschwinglich :( Mal ganz abgesehen vom Transportproblem…

Reptile Center

Bei einem leckeren Kaffee in einem der Straßencafés (ja, ich war ja schliesslich in den Sommer gefolgen), bin ich dann im Lonley Planet auf den Hinweis für das Reptilien-Center gestoßen, und hab mich auf den Weg gemacht, um die Show nicht zu verpassen. Der erste Eindruck hat mich zugegebener Maßen nicht allzusehr vom Hocker gerissen – es sieht relativ klein und unspektakulär aus.

Das warten auf die „Show“ hat sich dann aber gelohnt! Rex – einer der netten Menschen die sich um die Tiere kümmern – versammelte alle Interessierten in einem Raum und bat die Kinder nach vorne – wovon einige sich erst überreden lassen mussten auch Mama’s Hand loszulassen :) und die Angst vor den beiden Kisten (und was da wohl drin sein könnte) zu überwinden. Nachdem der Raum gut gefüllt war, legte Rex los und stellte und seine Freunde vor – zwar ohne Specialeffects o.ä., dafür „mit Anfassen“ und wirkliche gut erzählten Informationen rund um Schlangen, Spinnen, Lizards, etc.

Das man die Tiere in die Hand und auf den Arm nehmen konnte war natürlich auch mein persönliches Highlight für diesen Tag. Sehr lustig war zum Beispiel dieses Tierchen, das ständig seine Zunge benutzt, um zu test, ob das Objekt vor seiner nase nicht vielleicht doch eßbar ist. Rex hat damit die Kinder belustigt, in dem er das Reptil hat ‚kisses‘ verteilen lassen. Für Menschen gibts übrigens keine Gefahr, es steht eher Obst auf der Speisekarte.

Neben diesem Lizard, mit dem ich direkt Freundschaft geschlossen hatte, war auch das Gefühl, sich eine Schlange um den Hals zu legen sehr spannend. Die Kids hatten sich in einer Reihe aufgestellt, damit sich die Schlange von einem zum anderen schlängeln konte – was zu sehr lustigen Gesichtern geführt hat :D

Zum Abschluss haben wir Terry, dem Salzwasserkrokodil, noch einen Besuch abgestattet. Terry wurde im Hafen von Darwin gefangen und in ein sehr großes Becken nach Alice Springs umgesiedelt. Salzwasserkrokodile sind, wie man vielleicht an den Bildern erkennnen kann, sehr aggressiv. Und stehen übrigens auf deutsche Touristen. Bei ber Mehrzahl aller Krokodilunfälle in Australien sind deutsche involviert – stellt sich die Frage ob die einfach besser schmecken oder sich dümmer anstellen als alle andern. Oder ob’s einfach ne Statistikgeschichte ist – viele Deutsche in Australien = viele Deutsche als Krokodilfutter….

Wie auch immer, ich hoffe bei meiner geplanten Tour an die Nord- bzw. Ostküste noch einige GROßE Krokodile zu sehen. Terry war schon sehr beeindrucken, wirklich wie ein Wesen aus einer anderen Zeit, aber den Erzählungen nach erwarten mich z.B. in Darwin noch ganz andere Dimensionen….

Im Anschluss hab ich mich dann auf den Anzac Hill begeben, um den Sonnenuntergang über Alice Springs zu genießen. Leider wurde es ohne Sonne dann auch relativ schnell kühl, und so bin ich zurück ins Hostel. Dort erwartete mich die Nachricht, dass meine Tour ins Outback nicht Samstags morgens starten würde, sondern erst Sonntags. Da ich angegeben hatte, das ich erst Mittwochs zurückfliege (also noch eine Nacht mehr nach der Tour gebucht hatte), hat man mich kurzer Hand umgebucht. Der Grund dafür war, das Samstags keine Tour von Mulga’s gemacht wurde, weil wohl alle Guides zum CamelCup wollten – australische Flexibilität ;-)

Camel Cup

Der Camel Cup ist ein riesiges Spaß-Event in Alice Springs – was anderes ist mit Kamelen wohl auch nicht machbar. Das diese schnell laufen braucht Euch garnicht in den Sinn zu kommen, sie laufen, wie sie wollen, und ob der Reiter mit im Ziel ankommt, ist auch nicht sicher :P

Wunderbar passend dazu war die Moderation, 2 permanent dumme Sprüche klopfende Jungs und die Showeinlagen zwischen den Rennen. Diese wurden nicht etwas großartig vorher organisiert oder von irgendwelchen eingespielten Gruppen dargeboten – vielmehr wurden Leute aus dem Publikum geholt und zu Kandidaten bei der Mr&Mrs CamelCup gemacht, zu Rikscha rennen motiviert, oder mit Booten auf die Rennbahn geschickt…

Um meinem Samstag die Krone aufzusetzen, hab ich mir die Zeit ausserdem noch mit einem Helikopterflug versüßt – sehr beeindruckend :-)

Auf ins Outback

Sonntag früh um 5 ging es dann endlich los – auschecken im Hostel und auf ins Outpack. In einem kleinen Coach starteten wir in einer netten, bunt gemischten Gruppe aus Schotten, Engländern, Israelis, Italiänern, Polen, Deutschen, Franzosen und natürlich Australiern unsere Tour.

Während der Fahrt zu den Olgas konnte man schon von weiten einen Blick auf den Uluru werfen – zu diesen Zeitpunkt waren wir noch locker 2 Stunden entfernt. Dieser riesige Felsen inmitten dieser unendlich weiten Ebene ist ein sehr beeindruckenes Bild. Leider hatte sich denn bei unserer Ankunft bei den Olgas (Katja Tutja mit richtigem Namen) der Himmel mit Wolken verzogen. Dementsprechend sind auch die Fotos. :/
Beeindruckend ist die Felsformation aber trotzdem. Die Olgas sind die heilige Stätte für die Arborigines, den Ureinwohnern Australiens. Dort werden auch tatsächlich noch Zeremonien gehalten und es werden aussenstehenden auch keine Geschichten oder andere Informationen zu dieser Stätte preisgegeben.

Zwischen den Felsen, an den Wettergeschützten stellen, gibt es auch einiges an vegetation und so konnte ich auch ein paar Fotos von wilden Känguruhs machen.

Nach einer gut 4 stündigen Wanderung fuhren wir dann weiter zum Uluru (Ayers Rock), um den Sonnenuntergang, der den Felsen richtig rot leuchten lässt, zu bestaunen. Bei unserem Glück gab es natürlich keinen richtigen Sonnenuntergang, da der Himmel weiter von Wolken beherrscht wurde. Dafür sind einige Uluru unter Wolkenhimmel – Fotos entstanden – auch nicht soo häufig ;-)

Im Anschluss machten wir uns auf zu unserem ersten Nachtlager … außerhalb des Nationalparks bog unser Guide einfach irgendwo von der Staße ab auf einen unbefestigten Weg und fand einen netten Platz im Nichts, an dem wir unser kleines Lager aufschlugen. Jeder bekam einen Swag, in den man sich mit seinem Schlafsack reinlegt – Zelte sind in einer Gegen in der es 4 mal im jahr regnet einfach überflüssig. Nach einer kurzen gemeinschaftlichen Holzsammelaktion hatten wir auch ein Feuer und konnten unser Abendessen zubereiten. Leider blieb uns aufgrund der Wolken auch der Sternenhimmel verwehrt, aber mit Wein und Lagerfeuer war es dennoch sehr gemütlich :)

Kurz war die Nacht, aber nicht allzu kalt – der wahrscheinlich einzige Vorteil, den ich an den Wolken finden konnte. Um 5 Uhr hieß es dann Aufstehen , geweckt vom Hupen. Auf dem Plan stand der Sonnenaufgang am Ayers Rock. Aber … richtig. Es blieb bewölkt.

Einige Minuten später klarte es dann zum Glück auf! Uhm…mir fällt gerade an den Zeitstemeln auf, das dazwischen gut ne Stunde lag. Kam mir garnicht so vor…lagaber wahrscheinlich daran, das wir dort, während wir auf die Sonne warteten, auch gefrühstückt haben. Und mit so’nem leckern heissen Kaffe wartet es sich ja bekanntlich wesentlich besser – erst recht wenn man nebenbei noch den Magen ein wenig füllen kann.

Nach dem Frühstück begaben wir uns dann auf den Rundweg um den Uluru, der etwa 10 km lang ist. Die erste Hälfte war die Sonnenseite, und so wurde es auch bald schön warm. Auf dieser Strecke entstanden meine perönlichen Lieblingsbilder von der Tour. Dieser Kontrast der Farben, das Rot der Erde und des Berges zu dem Himmelblau sind einfach herrlich :-)

Der Berg wirkt Aufgrund seiner Größe mitten im Outback schon unwirklich – seine Form und die Farbe tun ihr Übriges. Ich glaub einfach, das kein Foto dieser Welt diesen Eindruck ‚rüberbringen kann.

Der Fels rostet übrigens, das mach die Färbung aus :) Unter der Oberfläche ist der Stein nicht rot – wie man zum Beispiel bei meinem Surfversuch in der Steinwelle erahnen kann.

Nach der hälfte des Rundwegs splittete sich unsere Gruppe auf – die Bergsteiger unter uns machten sich an den Aufstieg. Im Nachhinein wurde bestätigt, was ich gehofft hatte – die Schattenseite war nicht soooo interessant ;-)

Ich habe mich also an den – kaum gesicherten Aufstieg gemacht, anstrengend, aer unbedingt lohnenswert. Während des Aufstiegs war ich sehr froh im Winter dortgewesen zu sein. Bei 25° ist das wahrscheinlich wesentlich angenehmer denn bei 45° ;-)

Alle Mühen haben sich dann aber auch gelohnt, die Aussicht von oben ist Überwältigend. Auch die Olgas konnte man in weiter Ferne sehen.

Dank der unglaublichen flexibilität unseres Guides, der fast alles gemacht hat, um den Wünschen aus der Gruppe gerecht zu werden, blieben wir anders als geplant bis zum Abend im Nationalpark und hatten so dochnoch die Möglichkeit, den Uluru im Sonnenuntergang zu sehen. Einfach herrlich. Drehte man sich an dem Punkt einmal um, konnte man wiederrum die Olgas sehen, hinter denen die Sonne verschwand – so entstand auch mein aktuelles Hintergrundbild.

Nach so einem traumhaften Sonnenuntergang hatten wir später natürlich auch einen unvergleichlichen Sternenhimmel – das Südkreuz, die Milchstraße, und viele, viele Sternschnuppen :D – Dafür wurde es sehr, sehr kalt. Aber wir hatten ja die Schalfsäcke, unsere Swags, und ein Lagerfeuer – und da wir die Zeit, die wir mit dem Sonnenuntergang zugebracht hatten, ja irgendwo wieder rausholen mussten, war die Nacht auch relativ schnell vorbei … zu frieren hat trotzdem gereicht ;-) Ich glaub, ich hatte irgenwo vergessen meinen Schlafsack oder Swag richtig zuzumachen, und so zog es :P Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht so richtig angenehm…hab’s aber besser weggesteckt als die melbourner Permanentkälte.

Am nächten Morgen ging es dann also zum Kings Canyon, wo wir den letzten Tag unserer Reise verbrachten. Der Canyon ist kein Heiligtum und sofindet man dort auch einen Geocache, den ich mir natürlich nicht hab entgehen lassen :) Im Herzen des Canyon liegt der Garten Eden, der, nachdem man 2 Tage nur Semi-Wüste gesehen hat, auch so aussieht. Im Sommer ist der Pool eine willkommene bis lebensnotwendige Erfrischung, jetzt im Winter war das Wasser definitiv zu kalt – es sei denn, man ist die baltische See gewohnt ;-)

Im Sommer hat der Pool wohl deutlich mehr Wasser – warum auch immer, aber so konnten wir am Rand einen kleinen Mini-Canyon bestaunen…

Insgesamt war Kings Canyon der krönende Abschluss eines Trips, der ruhing hätte noch ein paar Tage weitergehen können. Nach unser späten Rückkehr in Alice gab es noch ein gemeinsames Abendessen mit der Gruppe, aber als das Hostel eigene Pub viel zu früh die Pforten schloss, machte sich der Schlafmangel und die anspruchsvollen Wandertouren der letzten 3 Tage doch sehr bemerkbar. Leider konnte sich keiner mehr motivieren noch in einen anderen Pub weiterzuziehen.

Mittwochs habe ich meinen kleinen Kurzurlaub dann gemütlich ausklingen lassen, mit einiger Zeit neben dem Pool (leider auch zu kalt zum Plantschen) und einer abschliessenden Tour durch die Stadt. Nachmittags ging dann mein Flug zurück ins kalte Melbourne – wobei, wenn ich mir von Zeit zu Zeit die Wettervorhersage für Deutschland ansehe, ists nicht sooo viel schlimmer – im Prinzip. Aber das ist eine andere Geschichte ;-)

Nun bin ich am Ende meines kleinen Reiseberichts angekommen, wenn jetzt noch ein bisschen Zeit ist, möchte ich zur Slideshow der Bilder einladen – im Vollbild wirken sie einfach am besten :) – also, schnappt euch ein Tasse Kaffe, Tee, Cappuchino, ein Glas Wein oder ein leckeres Bier und los gehts (auf der naechsten Seite kurz warten bis dass Applet geladen ist und auf „Diashow starten“ klicken ;) )
oder zum normalen Album „Central Australia“ (Unteralben: Reptile Center, CamelCup, Tour Uluru).

Ich hoffe, die Bilder gefallen und wünsch‘ Viel Spass :-)

3 Reaktionen zu “Uluru – mehr als ein „Fels im Nichts“”

  1. Gravatar Icon Mama

    Spitze – beides Bilder und Text

  2. Gravatar Icon Nina

    Da hast du ja echt gar nicht mehr aufgehoert zu schreiben ;-) Aber sehr gut und die Fotos sind super.
    Lg Nina

  3. Gravatar Icon Mallorca Fan

    Ich bin zwar absoluter Mallorca Fan oder besser Fanatiker, aber der Bericht bzw. die Eindrücke daraus könnten mich echt schwach werden lassen, sehr gut geschrieben!

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