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15. Oktober 2008 um 19:07 Uhr

Die Hintergründe der Krise

Die Hintergründe der aktuellen Krise (ich glaub nicht so ganz dass es schon vorbei ist…) wurdengestern in einem Beitrag im Magazin PlusMinus näher beleuchtet. Und es wir deutlich gemacht, an welchen Stellen unsere Regierung daran beteiligt war, die Krise herbeizuführen.

Zum Beitrag Deregulierung als Ursache der Krise in der ARD Mediathek
Angucken und zur Meinungsbildung über unsere lieben Politiker heranziehen – bald sind wieder Wahlen!
Und Aussagen wie „Wir greifen hart durch, damit sich das, was wir jetzt erlebt haben, nicht wiederholt.“ von Bundeskanzlerin Angela Merkel (vgl. tagesschau.de)klingen vor diesem Hintergrund fast schon nach Hohn.

Ergänzend dazu emphielt sich der Artikel Die Elite rettet sich selbst auf weissgarnix.de – worüber ich auch auf den Plusminus-Beitrag gekommen bin.

3 Reaktionen zu “Die Hintergründe der Krise”

  1. Gravatar Icon Andre

    Hallo Markus,
    wen soll man denn vor diesem Hintergrund wählen? An der Deregulierung waren ja SPD und CDU gleichermaßen beteiligt. Wählt man Linke, Grüne, oder FDP unterstützt man ebenfalls eine der beiden großen Parteien, und, seien wir ehrlich, in solch populären Fragen wie der staatlichen Finanzpolitik haben die Koalitionspartner meist wenig zu sagen.
    Das ganze ist m.M.n. auch nicht so einfach, wie es in dem Beitrag dargestellt wurde. Regulierung und Deregulierung sind zwei große Wörter. War die privatisierung der staatlichen Betriebe jetzt schlecht, oder war das vorherige Monopol schlecht? Ich denke da an Post, Transport, Telekommunikation. Dass, wie im Bericht behauptet, der angeblich staatlich geförderte „unkontrollierte Kreditverkauf“ Hauptgrund der Krise ist, möchte ich erstmal belegt haben. Man darf nicht vergessen, dass die Krise mit der Immobilienkrise der USA anfing. Auf die hat die bundesdeutsche Gesetzgebung reichlich wenig Einfluss. Natürlich sind dadurch Forderungen geplatzt und Refinanzierungen unmöglich geworden, aber die Risiken hat ja nicht der Staat falsch eingeschätzt (zur Bewertung), sondern die Entscheidungsträger der jeweiligen Institute.

  2. Gravatar Icon Markus

    Hi Andre,
    wen man wählen soll, will ich garnicht sagen – kann ich auch nicht, das muss jeder mit sich selbst ausmachen ;-)

    Worauf ich hinaus wollte, ist, dass dieses Mitwirken an den Ursachen nicht unter den Teppich gekehrt wird, sondern den Leuten bewusst gemacht wird. Die Politik muss mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert werden.

    Es geht dabei nicht um die Privatisierung großer staatlicher Betriebe und die große Frage ob (De)regulierung gut oder schlecht ist, sondern darum, ob wir einen Markt ohne Spielregeln zulassen können. Oder das kann man nicht, was auch schon vor Jharen bekannt gewesen sein dürfte. Man kann das im Prinzip ganz gut mit Fußball ohne Regeln vergleichen? Würde sich das Spiel ohne Regeln verändern? Klar, wir hätten bald Gladiatorenkämpfe in den Stadien, die mit dem Fußball wie wir ihn heute kennen nichts mehr gemein hätten…

    Mit dem Beginn der Krise hat die Gesetzgebung der BRD nichts zu tun, das stimmt, aber die tiefe Verstrickung und die schweren Folgen für die hiesigen Kassen wurden durch die geänderte Gesetzeslage doch stark verstärkt.

    Viele Grüße :-)

  3. Gravatar Icon Andre

    Ein Spiel ohne Regeln, ja. Das hat damals schon John Maynard Keynes nach der Weltwirtschaftskrise festgestellt. Vielleicht hat die Gesetzeslage die negative Entwicklung begünstigt, aber man darf in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen wie abhängig die Bundesrepublik ist. Man muss ja, wie ständig gepredigt, seinen Markt und seine Banken auch konkurrenzfähig halten.
    Die große Frustration ist in meinen Augen dieses eine Mal nicht die Politik, sondern die schmerzhafte Erkenntnis wie abhängig die Gesellschaft vom Kapitalismus ist. In der Krisenlage sind Bankenmanager und Investmentgurus wie vom Schrecken gelähmt und vom Erdboden verschwunden, angeblich machtlos. Wenige Tage nachdem absehbar wird, dass die Banken unterstützt werden, taucht man wieder auf und übt Schelte an Politik und Gesellschaft. Selbst eine Deckelung des Gehalts auf eine halbe Million ist hart umkämpft und nur mit Ausnahmeregelung überhaupt durchsetzbar („Ausnahme“, das ich nicht lache). Nach überstandener Krise werden dann die Boni ausgeschüttet und die Milliardenmaschine rollt wieder. Schließlich kann man jetzt noch selbstbewusster mit Risiken handeln, wo man weiß, dass man sich im Notfall einfach dumm stellen kann. Dass die SAP AG seine Mitarbeiter auffordert ob Ihres Mismanagements auf Urlaub zu verzichten, ist ein gutes Beispiel für die Mentalität. Gleichzeitig steckt Hopp noch ein paar Millionen, die er in besseren Zeiten gehortet hat, in sein Hobby TSG Hoffenheim.

    sic transit gloria mundi
    André

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