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24. März 2019 um 23:40 Uhr

KW 12: Nach der Demo…

Events

Letzte Woche war die diesjährige JavaLand Konferenz. Wieder eine rundum gelungene Veranstaltung mit der Öffnung der Fahrgeschäfte im Phantasialand am Dienstag Abend mit anschließender Party als Krönung. Ich konnte leider nur wenige Talks sehen, die kann ich dafür aber wärmstens empfehlen:

Videoaufzeichnungen gibt es wohl von einigen Vorträgen (da es einen Live-Stream gab), bis jetzt habe ich aber noch keine Info dazu gefunden, ob es diese denn später auch zum Nachschauen öffentlich geben wird. Zumindest kann man die Slides zu den Talk erhalten und vielleicht hat man ja Gelegenheit, die Speaker auf anderen Konferenzen zu treffen und zu sehen.

Donnerstag war dann auch noch der erste DevTreff in Siegburg, ein Meetup für Softwareentwickler. Auch dort gab es mit
„AWS Migration – wie der Monolith zur Cloud kam“ von Christian Kappen und
„Micro-Frontends im Rewe Shop“ von Nils Röhrig
zwei sehr interessante Themen.
Ich hoffe, das Meetup hat noch viele Fortsetzungen und freue mich sehr, das sich in dieser Form etwas in Siegburg regt ;-)

Politik / Urheberunrechtsreform

Die Demo am Samstag in Köln war sehr voll und ein Erfolg, SUPER das so viele Leute da waren, super das wir in über 50 Städten auf der Straße waren!

Was mich enttäuscht, ist aber die Nachrichtenlage. Insbesondere bei der Tagesschau, weil:

  • Teilnehmerzahlen werden sehr viel geringer genannt (ist scheibar aber eingängige Problem bei Demos)
  • obwohl in über 50 Städten demonstriert wurde, ist nur von „mehreren deutschen Städten“ die Rede
  • Man lässt Leute mit eindeutig einseitigen Interessen zu Wort kommen, ohne dies deutlich zu machen. So zum Beispiel Mathias Hornschuh und Charlotte Seither, die einfach als „Komponist“ vorgestellt werden, obwohl teil des Aufsichtsrat GEMA sind. Damit werden Interessen und Motivationen nicht vollständig dargestellt.
  • Während bei der Berichtserstattung die GEMA (s.o.) zu Wort kommt, findet man jedoch kein Interview mit Julia Reda. Ohne deren Arbeit wären die zweifelhaften Vorgänge in der EU Politik und der Bruch des Koalitionsvertrags (und damit des Wahlversprechens) wahrscheinlich deutlich weniger Beachtung gefunden hätten.
  • In dem Artikel von Samstag wird zwar Bundesjustizministerin erwähnt, nicht aber das sie bereits mehrmals die Gelegenheit hat verstreichen lassen, den Spuk zu beenden (und damit dem im Koalitionsvertrag festgehaltenen Wahlversprechen zu entsprechen). Die Doppelmoral, mit der SPD und CDU nun auftreten (auf der einen Seite haben die die Reform soweit gepusht und jetzt positionieren sie sich auf einmal dagegen) wird nicht in der Berichtserstattung erwähnt.

Ich hab leider den Eindruck, das gezielt Informationen weggelassen werden. Das ist sehr sehr ernüchternd, gerade weil ich die Tagesschau bisher praktisch für die letzte zuverlässige Nachrichtenquelle gehalten habe.
Bei der direkten Erfahrung mit diesem Thema liegt nun nahe, das Verhalten in der Berichtserstattung auf andere Themenbereiche zu interpolieren, und dann muss man davon ausgehen das die Tagesschau ihrem eigenen Anspruch – neutral und umfassend zu informieren – nicht gerecht wird. Das stimmt mich wütend und traurig. Und enttäuscht.

Die Situation führt sogar dazu das sich etablierte ZDF Journalisten (remember elektischer Reporter) zu drastischen Tweets genötigt fühlen.

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